Hinweis:
Dieser Ausflug ist im Rahmen einer Kooperation mit der Pfronten Tourismus entstanden. Die Bergbahntickets wurden uns hierfür kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Zudem besteht eine Kooperation mit der Eifel Tourismus GmbH, die mir eine Brotdose zum Testen kostenfrei zur Verfügung gestellt hat.
Meine Erfahrungen und Einschätzungen bleiben davon unabhängig und spiegeln meine persönliche Nutzung vor Ort wider.
Komme ich mit meinem Elektromobil oder einem Rollator in die Gondel der Breitenbergbahn Pfronten und wie sieht es mit der Barrierefreiheit vor Ort aus?
Diese Frage hat mich im Vorfeld sehr beschäftigt🤔. Deshalb habe ich vor unserer Reise nach Pfronten im Oktober 2025 Kontakt mit der Tourismusstelle in Pfronten aufgenommen, mit der Bitte, diesen Ausflug im Rahmen einer kleinen Kooperation daraufhin auszutesten, wie barrierefreundlich die Gondelfahrt und der Berg selbst sind.
An dieser Stelle ein großes, ganz herzliches Dankeschön für die Zeit, das Interesse und die Unterstützung der Pfronten Tourismus* 🙏🏻. Aus Erfahrung kann ich mittlerweile sagen, dass nicht alle Tourismusstellen so offen für das Thema „Barrierefreundlichkeit“ und „Blogger mit kleinerer Reichweite“ sind.
Nun starte ich aber.
Mein „Retter in der Not“ und ich suchten uns einen der wenigen Sonnentage während unserer zwei Wochen im Oktober 2025 in Pfronten aus und machten uns auf den Weg, den Breitenberg zu entdecken. Wir entschieden uns, die Strecke von Pfronten-Rehbichl bis zur Talstation mit dem Elektromobil zu fahren.
Schon beim Ankommen an der Talstation sahen wir jedoch, dass die 4er-Gondel einen etwas höheren Einstieg hat und die Mitnahme eines fahrenden Hilfsmittels nicht möglich ist.
Ich durfte mein E-Mobil aber gut g(b)eschützt an der Talstation abstellen ☺️.
Die Gondel kam langsam gefahren und war zum Einstieg bereit. Als wir bereits in ihr saßen, sprang plötzlich ein Ehepaar hinein und meinte, sie müssten noch schnell mit uns fahren. Obwohl so viele leere Gondeln fuhren und kaum Menschen anstanden. Das hat mich ziemlich verärgert, da ich doch unbedingt filmen und fotografieren wollte. Nun hatte ich ihre Köpfe vor meiner Linse. Und sprachlos waren sie zudem auch noch. Na prima, dachte ich.
Voller Spannung ging es dann in der Gondel die 656 Höhenmeter hinauf. Oben auf 1.501 Metern angekommen, erwartete uns ein Ausblick mit strahlend blauem Himmel, wirklich perfekt 🤩.
Eigene Voraussetzung:
✅ selbstständiges Gehen/Stehen, um die Stufe in die Gondel bewältigen zu können
Mitnahme von Hilfsmitteln:
✅ Rollator: nur zusammengefaltet
🚫 Rollstuhl: nicht möglich
🚫 Elektromobil: nicht möglich
Weitere Hinweise:
✅ Zum sicheren Stehen sollte man auch ohne Rollator stabil sein
✅ Behindertengerechtes WC an der Bergstation vorhanden
🚫 Wegbeschaffenheit oben ist für Hilfsmittel nicht geeignet
Oben an der Bergstation gibt es dafür viele Sitzmöglichkeiten, um den Ausblick mitten in der Bergwelt in Ruhe genießen zu können.
Für alle, die die oben genannten Voraussetzungen erfüllen und die Stufe in die Gondel gut bewältigen können, steht einem Besuch dort oben nichts im Weg.
Unsere Fahrt auf dem Berg war an dieser Stelle aber noch nicht zu Ende. Wir beschlossen, mit der Hochalpbahn dem Aggenstein auf 1.667 m entgegenzufahren.
Bei diesem Lift war ich enorm aufgeregt, es nicht schaffen zu können.
Aber auch hier half mir mein Retter in der Not, indem er mich beim Ein- und Ausstieg stützte. Im Nachhinein muss ich gestehen, habe ich gesehen, dass bei Menschen, die aufgrund ihres Alters auf Unterarmstützen angewiesen waren, oder bei Familien mit kleinen Kindern das Liftpersonal das Tempo des Liftes kurz drosselte. Wie ihr wisst, war ich ohne Hilfsmittel dort unterwegs und wirkte zu dieser Zeit noch recht gesund.
Oben am Aggenstein angekommen, haben wir uns erst einmal auf einer der Holzliegen niedergelassen.
Mit Blick auf die endlose Weite und die umliegenden Bergspitzen haben wir unsere Brotzeit aus der Eifel-Lunchbox* genossen.
Ein Moment zum Durchatmen, Ankommen und einfach verzaubert sein von diesem traumhaftverzauberten Anblick.
Nachdem ich vom Anblick dort oben auf dem Breitenberg und Aggenstein so verzaubert war, habe ich einen dummen, wirklich sehr dummen Fehler begangen. Ich hatte mich verschätzt und dachte, dass mein Körper das schon schaffen würde.
Mit meinem Dickkopf habe ich mich an den Juwelenweg gewagt und gedacht:
„Das schaffe ich schon, es geht ja bergab und ist für Familien geeignet.“ 🙈
Da ich die ganze Tour vorher fast nur entspannt gesessen hatte, war mein Energie-Akku vollgeladen und ich war gefühlt zu jedem Blödsinn bereit.
Doch schon nach wenigen Schritten merkte ich, dass es eine richtig doofe Idee von mir war. Zurück ging aber nicht mehr, denn dafür hätte ich zu viele Höhenmeter wieder hinaufgemusst.
Es war mir zu dem Zeitpunkt eine Lehre, und ich werde so etwas nie wieder wagen. Mittlerweile, nach vergangenen sechs Monaten, kann ich es leider auch gar nicht mehr.
Einige Tage Muskelkater, besonders in den Füßen und Beinen.
Man bedenke: Ich habe eine beidseitige Fußheberparese und eine Muskeldystrophie.
Was durch den Muskelkater bleibt, heilt nicht vollständig aus, es bleibt ein Stück mehr kaputt 😩Von diesem Tag an ist gefühlt etwas in mir kaputtgegangen.
Oder vielleicht ist mir erst an diesem Tag so richtig bewusst geworden, dass ein weiteres Kapitel begonnen hat – mit noch mehr Einschränkungen und Schmerzen.
Dieser Ausflug war ein Abschied von meiner letzten kleinen Geh-Freiheit.
Uns kamen unterwegs immer wieder ältere Leute entgegen, die sich ebenfalls verschätzt hatten, aber zum Glück sind sie früh genug umgedreht.
Ich selbst hatte genug passende, starke Schmerzmittel dabei, inklusive meines Retters in der Not, der mich gezogen und geschoben hat. Am Ende habe ich lange mit Medikamenten auf einer Bank gelegen, bis ich die letzten Meter zur Bergbahn schaffen konnte. Es war eine dumme und leichtsinnige Idee von mir.
Ein letzter Ausblick vom Ende des Juwelenweges.Es schaut so nah aus und war gefühlt unendlich weit entfernt.
Hört bitte auf die Hinweise der Tourismuszentrale und überschreitet nicht eure eigenen Grenzen des Machbaren. Selbst wenn Wege für Familien geeignet sind, bedeutet das nicht, dass sie dadurch für jeden geeignet sind.
Wenn du mehr zu meinen Erfahrungen mit barrierefreundlichen Ausflügen und den Bergen lesen möchtest, schau gern auch hier vorbei:
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