Nachdem unsere letzte Wanderung rund um den Wackerberg in Nierfeld nicht so schön war, suchte ich nach einer neuen Wanderstrecke, die körperlich nicht anstrengend für mich sein sollte. Daher sollte der Untergrund für meinen Balance-Rollstuhl besser befestigt sein.
Ein durchweichter Boden sowie bergauf oder bergab hat sich für meinen Körper durch den Muskelschwund als ziemlich anstrengend erwiesen. Kurz nebenbei erwähnt: Ich fand es besonders als Fußwanderer schön, die „schmalen Pfade“ zu erkunden. Noch heute bin ich von ihnen fasziniert. Doch selbst ein Outdoor-Rollstuhl kann nicht alles ersetzen und stößt an seine Grenzen. Da werde ich wohl ein paar Abstriche machen müssen. Oder aber ich lerne eines Tages, diesen Rollstuhl so gut zu fahren, dass ich alle Kniffe herausfinde und es spielend leicht wird. Diese Hoffnung habe ich immer noch – wer weiß 🙂
Was noch wichtig ist: In meinen Videos sehen meine Fahrten auf diesem Balance-Rollstuhl ziemlich wackelig aus. Durch das Fehlen meiner Muskeln schwingt mein Körper mehr mit. Beim Fahren auf diesem Rollstuhl spüre ich selbst davon nicht viel, und es fühlt sich gut gedämpft an. Von daher: Alles gut, keine Sorge 🙂
Nun geht die Wanderung aber los.
Wir suchten die EifelSchleife „Adlerblick“ aus.
Start- und Endpunkt der Reise war der Parkplatz der Oleftalsperre in Hellenthal. Dort folgten wir den Wegweisern der EifelSchleife „Adlerblick“. Eine asphaltierte Straße führte uns hinauf zur Staumauer.
Ich fotografierte noch schnell den herrlichen Ausblick von der Staumauer über das Wasser. Der strahlend blaue Himmel ließ das Gewässer in einer besonderen Farbe erscheinen.
Mutig und entschlossen nahmen mein Mann und ich die Herausforderung mit unserem Rollstuhl an, in der Hoffnung, dass der Matsch nur halb so schlimm sein würde. Da ich so fasziniert war vom Lichtspiel der Sonne auf dem Wasser, glich meine Fahrtgeschwindigkeit eher der einer Schnecke. In dieser Zeit hat unser Bekannter mit seinem Rad die Möglichkeiten bergaufwärts erkundet. Wir trafen ihn wieder, und er erzählte uns davon, auch welchen Weg wir am besten nehmen sollten.
Vom regulären Weg der „EifelSchleife“ riet er uns ab, da es dort sehr matschig sei. Daher nahmen wir später einen anderen Weg, der bergauf führte. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön – das Vorfahren mit dem Fahrrad war eine enorme Hilfe für uns. In dem Video, in dem ich bergauf durch den Tannenwald fahre, sieht man unsere Ausweichmöglichkeit auf einem anderen Weg, der nicht zur EifelSchleife gehört.
Ich fand diesen Weg besonders schön, denn er hatte eine angenehme Steigung, eine gute Bodenbeschaffenheit und durch das saftige grüne Moos, die Tannen und einen Bach, der den Wald durchkreuzte, einen ganz besonderen Duft mit einer beruhigenden Atmosphäre.
Oben auf dem Berg angekommen, hatten wir einen wunderschönen Ausblick über die Oleftalsperre. Wäre es der eigentliche Weg der EifelSchleife gewesen, hätte ich diesen Ausblick „Adlerblick“ genannt.
Wir blieben noch ein ganzes Stück auf der anderen Route, die auch zur „Rur-Olef-Route“ gehörte, und trafen später mit dem Weg der EifelSchleife in Richtung Wildgehege Hellenthal zusammen.
Unterwegs erreichten wir den höchsten Punkt unserer Reise mit 553 Höhenmetern und einem Ausblick auf Schöneseiffen.
Als wir am Wildfreigehege Hellenthal ankamen, lag eine seltsame Atmosphäre in der Luft. Der Besucherparkplatz zeigte eine Leere, und kein Mensch war unterwegs. Wegen Corona hatte das Wildfreigehege geschlossen.
Wir zogen am Wildfreigehege vorbei und nahmen den Fußweg durch den Wald abwärts in Richtung Hellenthal. Weiter folgten wir der Ausschilderung der EifelSchleife bis wir wieder an unserem Start-/Endpunkt unserer Reise ankamen. Mittlerweile war es dunkel und kalt geworden, als wir an unserem Auto ankamen und der Vollmond am Himmel stand.
Fazit:
Es ist eine sehr schöne EifelSchleife, die tolle Ausblicke zu bieten hat. Da wir einen kleinen Umweg wegen der Bodenbeschaffenheit gewählt haben, kann ich leider nicht genau sagen, wie die originale Route verlaufen würde. Ich selbst würde wegen der schönen Aussicht auf die Talsperre immer wieder diesen Weg nehmen, der mit 9 km ein bisschen länger war.